Passform-Leitfaden: RCC Factor Monza
Wir bei Factor glauben, dass Rennsport für jeden da ist, der den unbedingten Willen zum Wettkampf in sich trägt. Das MONZA führt diese Rennsport-Abstammung in einem edlen, stromlinienförmigen Gesamtpaket fort. Dies ist kein Einsteiger-Bike, sondern eine reinrassige Rennmaschine – perfekt abgestimmt auf all jene, die täglich trainieren, Rennen fahren und an ihre Grenzen gehen. Alle Bikes von Factor werden mit dem Ziel entwickelt, schnell zu sein, im Rennen zu bestehen und technologisch an der absoluten Spitze zu stehen. Entwickelt für die Bedürfnisse von Radfahrern, die im Alltag wie auf dem Rad alles geben, treffen hier kompromisslose Performance-Eigenschaften wie Handling, Aerodynamik und Steifigkeit auf WorldTour-Niveau direkt auf praktische Features wie ein integriertes Staufach im Rahmen sowie elegante Halterungslösungen für Beleuchtung und Radar.
Passform-Geometrie vs. Handling-Geometrie
Es ist wichtig zu verstehen, dass wir bei Factor die Passform-Geometrie (Fit) und die Handling-Geometrie eines Fahrrads oft getrennt voneinander betrachten. Auch wenn das MONZA je nach Körperbau des Fahrers eine andere Sitzposition erfordert, ist es gezielt so konstruiert, dass es sich durch und durch wie ein echtes Factor fährt. Das bedeutet nicht, dass die Geometriedaten für das Handling exakt identisch sind, sondern dass wir die Geometriewerte in Symbiose mit der Fahrposition fein abgestimmt haben, um das gewünschte Fahrgefühl zu erzielen.
Sobald feststeht, dass ein Fahrrad gut zu Ihnen und Ihrem Fahrstil passt, ist der Lenkwinkel (Head Tube Angle) der nächste wichtige Wert. Gemessen anhand einer virtuellen Linie, die mitten durch das Gabelschaftrohr verläuft, beschreibt er im Wesentlichen den Winkel zwischen der Gabel und dem Boden. Der Lenkwinkel ist ein guter Indikator für das Handling des Rades, liefert jedoch nicht das vollständige Bild.
Typischerweise sorgt ein steilerer Lenkwinkel für ein reaktionsschnelleres, agileres Handling, während flachere Winkel zu mehr Laufruhe und einer trägeren Reaktion führen. Schon Unterschiede von Bruchteilen eines Grades haben enorme Auswirkungen auf das Fahrverhalten.
Der Lenkwinkel ist jedoch nur ein Teil der Geschichte. Der Nachlauf (Trail) ist ein weiterer wichtiger Wert, anhand dessen sich das Handling bestimmen lässt. Der Nachlauf ist eine Funktion aus Lenkwinkel und Gabelvorbiegung (Offset oder Rake) – ein Verhältnis, das bei richtigem Verständnis verlässliche Rückschlüsse auf das Handling zulässt. Der Nachlauf ist der Abstand zwischen dem Punkt, an dem der Reifen den Boden berührt, und dem Punkt, an dem die verlängerte Mittellinie des Steuerrohrs auf den Boden treffen würde. Die Gabelvorbiegung (Rake oder Offset) wiederum ist der Abstand zwischen der Vorderachse und der Lenkachse (der Linie durch die Mitte des Steuerrohrs zum Boden).
Ein geringer Nachlauf sorgt für Agilität und schnelle Manövrierbarkeit, während ein größererNachlauf tendenziell mehr Stabilität im geradeauslauf bietet – ist er jedoch zu groß, wirkt das Fahrrad schwerfällig und träge. Die Designer von Factor treffen die Entscheidungen, die das Handling unserer Bikes beeinflussen, sehr bewusst. Wir bauen Fahrräder für Rennfahrer aller Leistungsklassen, und unsere Bikes verhalten sich entsprechend dynamisch. Kein Factor-Bike hat ein schwerfälliges oder träges Handling.
Ein weiterer Faktor, der den Nachlauf beeinflusst, ist die Reifengröße. Größere Reifen verändern den Abstand von der Nabenmitte zum Boden und verlängern dadurch den Nachlauf. Das Handling des MONZA wurde so kalibriert, dass es schnell und agil bleibt und gleichzeitig die breiteren Reifen aufnehmen kann, die von den meisten Athleten bevorzugt werden. Wenn Sie die Geometrietabellen studieren, werden Sie feststellen, dass der Nachlauf sowie der Lenkwinkel beim MONZA und beim OSTRO VAM absolut identisch sind. Die Bikes wurden so konzipiert, dass sie sich exakt gleich verhalten.
Bei reinrassigen Rennrädern findet man meist steilere Lenkwinkel, eine größere Vorbiegung und einen kürzeren Nachlauf, da das Ziel ein direktes, knackiges Handling ist. Das meinen wir in der Regel, wenn wir von „aggressivem Handling“ sprechen. Bedenken Sie jedoch, dass auch Faktoren wie Vorbaulänge, Reifengröße sowie Lenkerbreite und -reach das Lenkverhalten spürbar beeinflussen.
Der andere wichtige Winkelwert bei jedem Rahmen ist el Sitzwinkel (Seat Tube Angle). Der Sitzrohrwinkel bestimmt die Position des Fahrers über dem Tretlager und ist ein Hauptkriterium beim Bike-Fitting. Auch hier weisen das MONZA und das OSTRO VAM über alle Rahmengrößen hinweg exakt denselben Sitzwinkel auf, was die Verwandtschaft im Fahrverhalten unterstreicht.
Ebenso geben Kettenstrebenlänge und Radstand (Wheelbase) Aufschluss über die Spritzigkeit des Rahmens: Kürzere Kettenstreben stehen für ein antrittsstarkes, agiles Fahrverhalten, während längere Kettenstreben (und damit ein längerer Radstand) auf ein sehr laufruhiges Rad hindeuten – besonders in Abfahrten –, das sich in engen Kurven jedoch etwas träger anfühlen kann.